Lyrik

Die Poesie erschafft emotionale Bilder unserer Existenz. Dabei bedient sich die Lyrik verbaler Skulpturen von „konkret“ bis „abstrakt“, um – und hier schließt sich der Kreis zur Musik von Piranjazz – Gedanken und Gefühle auf assoziative Reisen zu schicken und so dem Erleben neue, unbekannte Aspekte hinzuzufügen



Traum-Zeit-Kontinuum

Zwischen Nichts und dem Sein tobt sie, die Plötzlichkeit,
zwischen Sein und dem Nichts gehst du, vergeht die Zeit.
Hättest Alles im Griff auch,
dachtest, Zeit! – doch warst nur ein Hauch.

Stößt ein mächtiger Schrei Tür und auch Tor uns weit,
wie ein kosmisch Vulkan gießt er sein Magma breit.
Glühend zeugt uns ein Alptraum,
kühlend fliehen wir Zeit und Raum.

Zwischen Zeit und dem Raum segelt die Existenz,
zwischen Leben und Tod fühlst du der Macht Essenz.
Skylla naht uns im Traumreich,
auch Charybdis dem Schicksal gleich.

(asklepiadeische Strophen)


nordwind

auf den gesängen des nordwindes
in den tiefen süden einfallen
und die sahelzone der gefühle
mit einem tsunami kalten nordlichtes
fluten



Feuer Pangaeas

Feuer Pangaeas aus
riesigen Massen
fiel Laurasia
zeugtest Gond-
wanas
Drift

flochtst einen Dornenstrauß
blutig zu fassen
nur Phantasias
Wintermond
trank das
Gift

Stürme der Ewigkeit
jagten die Endzeit
endlich – ja wir
trugen Nir-
wanas
Schrift



Absolut relativ

Hinausgeworfen aus den Jahr-
Milliarden - für den Augenblick
der Ewigkeit entliehn - zurück-
gekehrt als Weiser oder Narr

zur zeitlos-endlos Kosmenschar,
nach Kampf, Tragödie und Glück
- von all dem ein gehörig Stück -
die planlos alles Sein gebahr.

Von jenes Ursprungs heißem Punkt,
der sich erheischte Zeit und Raum
ward das in Energie getunkt,

was unerklärlich wie ein Traum
ganz hell und kurz und schillernd funkt
und still vergeht wie Rauch und Schaum.

Urheberrecht: Gerhard Legat